Budapest stand schon lange auf unserer Reiseliste. Eigentlich wollten wir die Reise bereits vor einigen Jahren machen, doch manchmal braucht es einfach den richtigen Moment. Aufgrund meiner Flugangst war schnell klar: Dieses Abenteuer sollte entspannt und bewusst beginnen – mit dem Zug. Und rückblickend hätten wir uns keine schönere Art zu reisen vorstellen können.
Früh morgens starteten wir mit dem ICE von Leipzig Richtung Ungarn. Elf Stunden Zugfahrt klingen zunächst lang, doch genau darin lag der Zauber dieser Reise. Während draußen langsam verschiedene Landschaften vorbeizogen, konnten wir lesen, Musik hören, schlafen oder einfach aus dem Fenster schauen und uns auf das Kommende freuen. Kein Stress am Flughafen, keine Hektik – stattdessen dieses besondere Gefühl, Stück für Stück einem neuen Abenteuer näherzukommen.
Gemeinsam mit Bratislava und Wien planten wir eine kleine Rundreise durch Mitteleuropa. Budapest sollte der Auftakt sein – und bereits bei unserer Ankunft wussten wir, dass diese Stadt etwas ganz Besonderes ist.
Unsere Route:
29.10. von Leipzig nach Budapest (Zug, Sitzplatzreservierung)
01.11. von Budapest nach Bratislava (Bus)
03.11. von Bratislava nach Wien (Bus)
06.11. von Wien nach Leipzig (Zug, Sitzplatzreservierung)
Am späten Nachmittag kamen wir in der Hauptstadt Ungarns an. Das Zentrum kann man gut zu Fuß ablaufen, ab und an braucht man aber ein Ticket für die Straßenbahn. Hier bietet es sich an, zu prüfen, ob man ein 24-Stunden Ticket wirklich benötigt, oder ob ein „10-Streifen – Ticket“ reicht. Wir entschieden uns für Letzteres. Das gleiche gilt auch bei der so genannten BudapestCard – auf jeden Fall vorher prüfen, ob es für die eigene Reise lohnt. Ich habe eine gute Übersicht gefunden, in der man nachlesen kann, ob diese Card für den eigenen Budapest-Aufenthalt sinnvoll ist: Budapest-Card
Als wir aus der Metro stiegen und zum ersten Mal die Donau und die imposante Freiheitsbrücke sahen, waren wir sofort begeistert. Trotz des trüben Herbstwetters hatte Budapest eine unglaubliche Atmosphäre. Die Mischung aus prachtvoller Architektur, historischen Gebäuden und lebendigem Stadtleben zog uns direkt in ihren Bann.
Unser Hotel, das „Bohem Art Hotel“, lag perfekt im Zentrum – ideal, um die Stadt zu Fuß zu entdecken. Nachdem wir eingecheckt hatten, ließen wir uns einfach treiben. Genau das lieben wir am Reisen: ohne festen Plan loslaufen, neue Straßen entdecken und die Atmosphäre einer Stadt aufsaugen. Zwischen kleinen Cafés, alten Häuserfassaden und den ersten Lichtern am Abend fanden wir schließlich ein kleines thailändisches Restaurant – ein echter Geheimtipp mitten in Budapest.
Am nächsten Morgen starteten wir mit einer Free-Walking-Tour durch die Stadt. Diese Touren gehören für uns mittlerweile zu jeder Städtereise dazu, denn man entdeckt Orte und Geschichten, die man alleine oft übersehen würde. Budapest beeindruckt vor allem durch seine zwei völlig unterschiedlichen Seiten: das historische, hügelige Buda und das lebendige, flache Pest. Obwohl beide Stadtteile bereits im 19. Jahrhundert vereint wurden, spürt man den Unterschied bis heute.
Auf der Buda-Seite erwarten einen verwinkelte Gassen, historische Gebäude und beeindruckende Aussichtspunkte. Pest dagegen wirkt jung, lebendig und voller Energie – mit prachtvollen Boulevards, Jugendstilgebäuden, Cafés und Restaurants. Genau diese Mischung macht Budapest so faszinierend.
Ein absolutes Highlight unserer Tour war natürlich das berühmte Parlamentsgebäude direkt an der Donau. Als wir davorstanden, waren wir ehrlich sprachlos. Die riesige neogotische Fassade, die vielen Türme und die Lage am Wasser machen das Gebäude zu einem der beeindruckendsten Europas. Besonders am Abend entfaltet das Parlament seinen ganzen Zauber, wenn es golden angestrahlt wird und sich die Lichter in der Donau spiegeln.
Überhaupt wirkt Budapest bei Nacht fast magisch. Deshalb entschieden wir uns am Abend, auf die Buda-Seite hinaufzufahren – genauer gesagt zur Fischerbastei. Und dieser Ausblick gehört definitiv zu den schönsten, die wir bisher auf einer Städtereise erlebt haben. Unter uns leuchtete Pest mit seinen prachtvollen Gebäuden, den Brücken und dem hell erstrahlten Parlament. Wir hätten dort stundenlang stehen können.
Nur wenige Schritte entfernt befindet sich die berühmte Matthiaskirche, die mit ihren bunten Dächern und ihrer besonderen Architektur ebenfalls sofort ins Auge fällt. Leider war sie zu dieser Uhrzeit bereits geschlossen, doch allein von außen war sie beeindruckend genug.
Ein weiteres Erlebnis war unsere nächtliche Bootsfahrt auf der Donau. Budapest vom Wasser aus zu sehen, hat noch einmal eine ganz andere Wirkung. Die beleuchteten Brücken, die historischen Fassaden und die ruhige Stimmung auf dem Fluss machten diesen Abend unvergesslich. Genau solche Momente sind es, die Reisen so besonders machen.
Natürlich wollten wir auch die weniger bekannten Seiten der Stadt entdecken. Deshalb schlossen wir uns am nächsten Morgen einer weiteren Tour durch das jüdische Viertel an. Dieser Stadtteil verbindet Geschichte, Kultur und modernes Leben auf faszinierende Weise. Zwischen Synagogen, kleinen Cafés, Street-Art und alten Häusern entsteht eine ganz besondere Atmosphäre. Man merkt schnell, wie vielseitig Budapest eigentlich ist.
Auch das Burgviertel durfte natürlich nicht fehlen. Obwohl unsere geplante Führung kurzfristig ausfiel, erkundeten wir den Burgpalast einfach auf eigene Faust – und genau das machte den Tag irgendwie noch schöner. Ohne Zeitdruck spazierten wir durch die weitläufige Anlage, genossen die Aussicht über die Donau und entdeckten immer neue Ecken. Besonders beeindruckend waren die historischen Statuen und der berühmte Matthiasbrunnen.
Zwischendurch zog es uns immer wieder einfach durch die Straßen der Stadt. Genau das macht Budapest aus: Hinter jeder Ecke wartet etwas Neues. Mal ein kleiner Innenhof, mal eine beeindruckende Kirche, mal ein gemütliches Café oder ein Straßenmusiker an der Donaupromenade.
Auch kulinarisch hat uns Budapest begeistert. Besonders die Große Markthalle ist ein Erlebnis für alle Sinne. Zwischen regionalen Spezialitäten, Gewürzen und kleinen Essensständen herrscht ein buntes Treiben, das perfekt zur lebendigen Atmosphäre der Stadt passt.
Leider verging die Zeit viel zu schnell. Für die berühmten Thermalbäder reichte unser Aufenthalt am Ende nicht mehr aus – doch vielleicht war genau das gut so. Denn Budapest ist definitiv eine Stadt, in die wir noch einmal zurückkehren möchten.
Budapest vereint Geschichte, Kultur, Abenteuer und Entspannung auf eine ganz besondere Weise. Die Stadt wirkt elegant und gleichzeitig unglaublich lebendig. Sie lädt dazu ein, sich treiben zu lassen, Neues zu entdecken und einfach das Gefühl des Reisens zu genießen.
Donauschuhe
Die Donauschuhe befinden sich direkt neben dem Parlament und
Highlights unserer Reise:
Unterkunft 2022:
Bohem Art Hotel – modernes und zentral gelegenes Hotel, perfekt für Stadtbesichtigungen und spontane Entdeckungstouren durch Budapest.